Die 7 häufigsten Fehler bei der Natursteinreinigung

Die 7 häufigsten Fehler bei der Natursteinreinigung

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Reinigung
15. Juni 2025
8 Min. Lesezeit
René Büttner

Ihr edler Natursteinboden hat mit der Zeit seinen Glanz verloren? Stattdessen machen sich unschöne Flecken, Laufspuren oder ein grauer Schleier breit? Viele Besitzer von Marmor, Granit oder Sandstein kennen das Problem: Die einstige Schönheit des Materials weicht einer matten, ungepflegten Optik. Doch keine Sorge, mit der richtigen Herangehensweise und dem nötigen Fachwissen erstrahlt Ihr Naturstein bald wieder in neuem Glanz. In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie typische Fehler bei der Natursteinreinigung vermeiden und Ihrem Steinboden die Pflege geben, die er verdient.

Warum Natursteinreinigung besondere Aufmerksamkeit braucht

Naturstein ist nicht gleich Naturstein. Jede Gesteinsart, ob Marmor, Granit, Schiefer oder Kalkstein, besitzt eine einzigartige mineralische Zusammensetzung und Porosität. Diese Eigenschaften bestimmen maßgeblich, wie der Stein auf Reinigungs- und Pflegemittel reagiert. Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass die Härte eines Steins ihn unempfindlich gegenüber chemischen Substanzen macht. Doch gerade säurehaltige Reiniger, wie sie oft im Haushalt zum Einsatz kommen, können bei kalkhaltigen Gesteinen wie Marmor, Jura oder Travertin irreparable Schäden verursachen. Die Säure reagiert mit dem Kalk (Calciumcarbonat) und löst ihn auf, was zu matten, stumpfen Flecken führt, die sich nicht mehr entfernen lassen. Man spricht hier von einer Verätzung der Oberfläche.

Ein weiterer kritischer Faktor ist die Porosität des Steins. Offenporige Gesteine wie viele Sandsteine oder bestimmte Kalksteine neigen dazu, Flüssigkeiten und Schmutz tief in ihre Struktur aufzunehmen. Falsche Reinigungsmethoden können den Schmutz noch tiefer in die Poren einarbeiten, anstatt ihn zu entfernen. Die Folge sind hartnäckige Verfärbungen und ein dauerhaft ungepflegtes Erscheinungsbild. Zudem können ungeeignete Reiniger die in vielen Steinen enthaltenen Mineralien angreifen und zu unschönen Ausblühungen oder Farbveränderungen führen. Daher ist es unerlässlich, die spezifischen Eigenschaften des eigenen Natursteins zu kennen und die Reinigungsprodukte sorgfältig darauf abzustimmen. Die professionelle Reinigung orientiert sich hierbei an Normen wie der DIN 18332 (Naturwerksteinarbeiten), die grundlegende Anforderungen an die Bearbeitung und Pflege von Naturstein definiert.

Natursteinreinigung richtig angehen – Schritt für Schritt

Eine systematische und materialgerechte Vorgehensweise ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Reinigung von Naturstein. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung führen wir Sie sicher durch den Prozess und helfen Ihnen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ohne den Stein zu schädigen.

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Schritt 1: Vorbereitung und Analyse

Bevor Sie mit der eigentlichen Reinigung beginnen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Entfernen Sie zunächst allen losen Schmutz, Staub und Sand von der Oberfläche. Ein Staubsauger mit einem weichen Bürstenaufsatz oder ein weicher Besen sind hierfür ideal. Harte Borsten oder kratzende Werkzeuge sind tabu, da sie die Steinoberfläche zerkratzen können. Anschließend sollten Sie den Stein an einer unauffälligen Stelle auf seine Verträglichkeit mit dem geplanten Reiniger testen. Wählen Sie hierfür eine kleine Testfläche, zum Beispiel in einer Ecke oder unter einem Möbelstück. Tragen Sie den Reiniger gemäß den Herstellerangaben auf und lassen Sie ihn einwirken. Beobachten Sie die Reaktion des Steins. Treten keine Verfärbungen, Mattierungen oder andere negative Veränderungen auf, können Sie mit der Reinigung der gesamten Fläche fortfahren. Dieser Test ist besonders wichtig, wenn Sie die genaue Gesteinsart nicht kennen oder einen neuen Reiniger zum ersten Mal verwenden.

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Schritt 2: Die richtige Durchführung der Grundreinigung

Für die Grundreinigung von Natursteinflächen sollten Sie ausschließlich pH-neutrale oder leicht alkalische Reiniger (pH-Wert zwischen 7 und 10,5) verwenden, die explizit für Naturstein ausgewiesen sind. Produkte wie der Lithofin MN Grundreiniger oder der Fila PS87 Pro sind bewährte Optionen. Mischen Sie den Reiniger nach Herstellerangabe mit lauwarmem Wasser. Verteilen Sie die Reinigungslösung großzügig auf dem Boden und lassen Sie sie einige Minuten einwirken, damit der Schmutz angelöst werden kann. Anschließend bearbeiten Sie die Fläche mit einer weichen Bürste oder einem Schrubber in kreisenden Bewegungen. Vermeiden Sie starken Druck, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann der Vorgang wiederholt werden. Nach der Reinigung nehmen Sie die Schmutzflotte mit einem Nasssauger oder saugfähigen Tüchern vollständig auf. Es ist entscheidend, dass keine Reinigerreste auf dem Stein zurückbleiben, da diese einen klebrigen Film bilden und neue Verschmutzungen begünstigen können.

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Schritt 3: Nachbehandlung und Schutz

Nachdem der Boden vollständig gereinigt und die Schmutzflotte entfernt wurde, muss die Fläche mit klarem Wasser neutralisiert werden. Wischen Sie den gesamten Bereich gründlich mit sauberem Wasser nach, um alle verbliebenen Reiniger- und Schmutzreste zu beseitigen. Lassen Sie den Stein anschließend vollständig trocknen. Dieser Schritt kann je nach Porosität des Steins und Raumklima mehrere Stunden bis zu einem Tag dauern. Eine ausreichende Trocknungszeit ist entscheidend, bevor Sie mit dem nächsten Schritt, der Imprägnierung, fortfahren. Eine hochwertige Imprägnierung (z.B. Lithofin Fleckstop W oder Fila MP90 Eco Xtreme) dringt in die Poren des Steins ein und schützt ihn von innen heraus vor dem Eindringen von Wasser, Öl und Schmutz. Die Schutzwirkung erleichtert die zukünftige Unterhaltsreinigung erheblich und bewahrt die Schönheit Ihres Natursteins für lange Zeit. Tragen Sie die Imprägnierung dünn und gleichmäßig auf und entfernen Sie überschüssiges Material sorgfältig, um eine streifenfreie Oberfläche zu gewährleisten.

Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Verwendung von säurehaltigen Reinigern: Essigreiniger, Zitrusreiniger oder aggressive Badreiniger (pH-Wert < 7) sind der größte Feind von kalkhaltigen Natursteinen wie Marmor, Kalkstein, Travertin und Jura. Die Säure verätzt die Oberfläche und hinterlässt matte, stumpfe Flecken, die nur durch professionelles Schleifen entfernt werden können.

Einsatz von Hochdruckreinigern: Besonders auf Terrassen und Wegen wird oft fälschlicherweise zum Hochdruckreiniger gegriffen. Der harte Wasserstrahl raut die Steinoberfläche auf, macht sie poröser und somit anfälliger für neuen Schmutz und Algenbewuchs. Bei weicheren Gesteinen kann der Druck sogar zu Abplatzungen führen.

Zu nasse Reinigung und stehende Nässe: Wasser, das zu lange auf der Steinoberfläche steht, kann in die Poren eindringen und Mineralien lösen. Dies führt oft zu unschönen Ausblühungen (weiße, pulvrige Ablagerungen) oder dunklen Wasserflecken, besonders bei empfindlichen Sandsteinen oder Schiefer.

Verwendung von filmbildenden Pflegemitteln: Sogenannte Glanzpflegemittel oder Wachse bilden eine Schicht auf dem Stein. Diese Schichten nutzen sich ungleichmäßig ab, führen zu unschönen Laufstraßen und können Schmutz regelrecht einschließen. Die Entfernung dieser Schichten ist oft sehr aufwendig.

Mechanische Beschädigung durch falsche Werkzeuge: Harte Bürsten, Scheuerschwämme oder Staubsaugerdüsen aus Metall können die Oberfläche von polierten oder feingeschliffenen Natursteinen dauerhaft zerkratzen. Verwenden Sie immer weiche Materialien, um die Oberflächenintegrität zu wahren.

Typische Probleme und ihre Lösungen

Problem: Matte Laufstraßen auf poliertem Marmor. Lösung: Hierbei handelt es sich um eine mechanische Abnutzung der Politur. Eine professionelle Aufarbeitung durch Schleifen und eine anschließende Kristallisation oder Politur mit speziellen Pulvern stellt den ursprünglichen Glanz wieder her. Problem: Fett- oder Ölflecken in der Küchenarbeitsplatte aus Granit. Lösung: Frische Flecken sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen (nicht reiben!). Bei älteren Flecken hilft eine spezielle Ölfleckenpaste (z.B. Lithofin OIL-EX), die das Öl aus dem Stein zieht. Problem: Rostflecken auf der Sandstein-Terrasse durch Gartenmöbel. Lösung: Verwenden Sie einen speziellen Rostumwandler für Naturstein (z.B. Lithofin Rost-EX). Achtung: Niemals säurehaltige Haushalts-Rostentferner benutzen, da diese den Stein angreifen. Problem: Grüner Belag (Algen, Moose) auf Außenflächen. Lösung: Ein alkalischer Algen- und Moosentferner (z.B. Lithofin ALLEX) beseitigt den Grünbelag schonend. Nach der Anwendung und Einwirkzeit kann der Belag einfach abgebürstet und abgespült werden.

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